Bewegte Freizeiten als Referenzen institutioneller Bildung

DGfE-Jahrestagung der Kommission Sportpädagogik 
28.-30. November 2019 in Mainz

Dass Schulsport in Beziehung zu den Freizeiten von Kindern und Jugendlichen stehen sollte, darüber besteht heute weitestgehend Einigkeit, erinnern doch die zentralen Begrifflichkeiten sportdidaktischer Diskurse stets an einen Übertrag des institutionell Erlernten auf das freizeitlich Praktizierte. Demnach sollen sich die schulisch erworbenen Kompetenzen gerade im Leben außerhalb von Bildungseinrichtungen nutzen lassen und die resultierende Handlungsfähigkeit zeigt sich beim informellen Basketballspiel ebenso wie beim Training im Fitnessstudio. Bildung und Erziehung werden institutionell geplant, um junge Menschen zum Sporttreiben zu befähigen. Die Freizeit junger Menschen dient aber nicht nur als Folie für einen, auf deren Lebenswelten vorbereitenden, Unterricht, sondern ebenso als Referenz in Bezug auf relevante – kindgerechte oder jugendtypische – Inhalte. Das Thema Trendsport war in diesem Kontext in den letzten 20 Jahren wohl das populärste Beispiel. Ultimate Frisbee, Jumpstyle und Parkour konnten zu Inhalten des Schulsports werden und klassische Sportarten ergänzen. Jüngst kann man die Frage stellen, welche Rolle Fitnesssport oder eSport spielen sollten, da diese Aktivitätsbereiche durch die große Anzahl von Partizipierenden im Zentrum des jugendlichen Alltags angekommen sind. Das Außerschulische kann nach guter Begründung zum Gegenstand des Unterrichts werden, wo es gewürdigt, bearbeitet und reflektiert wird. Wenn kindliche und jugendliche Freizeiten als Referenzen von Bildung fungieren, stellen sich in erzieherischen Institutionen sowohl Fragen der adäquaten Vorbereitung als auch der freizeitgerechten Thematisierung.

Wir stellen uns auf der Tagung der Herausforderung, über Inhalte von Sportunterricht zu diskutieren und fragen danach, ob junge Menschen z. B. eine Rollwende beherrschen sollten, ob Skateboarding in den Lehrplan gehört und ob körperorientierte Fitnesspraktiken einer ganz besonderen Hinwendung bedürfen. 

Nach zuletzt verstärkter Konzentration der Scientific Community zur Wirksamkeit von Unterricht, möchten wir auf den Input fokussieren und gemeinsam über den Sportunterricht der 20er-Jahre sprechen. Wie sollte er aussehen und wie finden sich die rasant verändernden Freizeiten junger Menschen darin wieder?

Als Hauptvortragende dürfen wir begrüßen:

     Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Johannes Gutenberg-Universität, Mainz)

     Prof. Dr. Ina Hunger (Georg-August-Universität, Göttingen)   

     Prof. Dr. Jürgen Schwier (Europa-Universität, Flensburg)